PPT-Institut für Psychologische Psychotherapie und Beratung Berlin e.V.

Institut für Psychologische Psychotherapie und Beratung Berlin e.V.

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Weiterbildung in der Gruppenpsychotherapie

Gruppenpsychotherapie (TP)

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
im Herbst 2016 startete ein neuer Kurs für die Weiterbildung in der Gruppenpsychotherapie (TP). Curriculum 2016 und grundsätzliche Informationen.
Ein neuer Durchlauf ist voraussichtlich für 2019 geplant.

Nach erfolgreicher Absolvierung kann bei bestehender Niederlassung als Vertragsbehandlerin und Vertragsbehandler die entsprechende Abrechnungserlaubnis beantragt werden. Wir, die Initiatoren dieses Projekts, Dr. Bettina Ganse und Thomas Nölle, realisieren damit einerseits ein ganz persönliches Anliegen, denn wir haben in unserer Lehrtherapie aber auch in unserer praktischen Arbeit als Psychotherapeuten die Arbeit in Gruppen als überaus wertvoll und im Grunde unverzichtbar erlebt. Andererseits kehren wir mit dem Weiterbildungsangebot zu den Ursprüngen des Instituts für ppt zurück, die im Kindertherapieprojekt am Psychologischen Institut der Freien Universität Berlin liegen. Dort wurde die Kindertherapie in den ersten Jahren vor allem als Gruppentherapie konzeptionalisiert. 

Seitdem haben wir viele Veränderungen der Konzepte erlebt und mitgestaltet, aber im Institut für ppt war die Arbeit in Gruppen immer ein zentraler Bestandteil der Ausbildung. Unser Verständnis therapeutischer Gruppenarbeit fußt vor allem auf den Arbeiten und Konzepten der Gruppenanalyse, wie sie von S.H. Foulkes und seinen Mitarbeitern entwickelt wurden. Hier wird die Gruppe nicht als bloßes Setting begriffen, in welchem Patienten behandelt werden, sondern er geht von einem untrennbaren Zusammenhang von Individuum und Gruppe aus.

Psychische Störung wird dabei nicht als eine dem Individuum zukommende Eigenschaft gesehen, sondern als ein im Netzwerk der für den Einzelnen lebensnotwendigen sozialen Beziehungen zutage tretendes Problem. Umgekehrt kann persönliche Reifung und Autonomie nur in wechselseitiger Bezogenheit entwickelt werden. Eine auf diesen Prämissen basierende therapeutische Gruppenarbeit macht die szenisch sich wiederherstellenden Widersprüche zwischen eingefahrenen Beziehungs- und Kommunikationsmustern erfahrbar und eröffnet damit neue Möglichkeiten, Kommunikation und Beziehungen im Hier und Jetzt der Gruppe zu verändern und neu zu erproben. Um das Potenzial des Ansatzes von Foulkes in der TfP-Gruppentherapie nutzen zu können muss ein entsprechendes Verständnis von therapeutischer Gruppe erarbeitet werden. Nur so können diese Möglichkeiten durch die Leitungstätigkeit unterstützt und realisiert werden. Andererseits muss der eher nondirektive gruppenanalytische Leitungsstil modifiziert werden, um unter den Rahmenbedingungen einer TfP-Gruppe mit 40 + 20 Doppelstunden Regelversorgung der Richtlinienpsychotherapie praktikabel zu sein. Unser  Curriculum möchte beiden Aspekten gerecht werden, um so auch Kolleginnen und Kollegen mit einer Approbation/Fachkunde in TfP die Arbeit mit diesem Ansatz zu ermöglichen.

Bettina Ganse, Ausbildungsleiterin
Thomas Nölle, Ausbildungsleiter

 

 

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